Rap... lebt?
Was ist das heute noch? Ist Rap heute noch eine angesehene Musikart, ein Genre von Qualität? Oder geht alles unter? "Hiphop is dead", wie Nas schon sagte? Hiphop is not dead. Das ist es, was ich sage. Aber Hiphop ist, im Vergleich zu anderen Genres ein junger Mann, der jetzt schon am Stock geht. Die unaufhaltsame Vermischung mit allen Formen von Popmusik, egal ob RnB oder House und Techno, trägt zum Buckel des jungen Mannes erheblich bei. Und daher jetzt ein Blasorchester! Einen gewaltigen Trompetenstoß will ich hören, und dazu schöne Worte in Reimform angeordnet. Das alles nur, um dem jungen Mann, der gerade am Boden liegt, wieder auf die Beine zu helfen. Egal ob Mainstream oder nicht.
Rap mal anders
Denn darum geht es sicherlich nicht. Es geht darum, dass Hip Hop wieder etwas besonderes ist. Vielleicht geht es darum, dass Hiphop und Rap wieder als experimentiell angesehen werden könnten, wenn nicht alle Rapper mit ein und demselben Mist gut Geld verdienen würden. Vielleicht will aber auch einfach niemand etwas wirklich Neues und somit ist Rap doch dem Untergang geweiht. Sicherlich geht es darum, dass Rap wieder eine Plattform für Sozialkritik wird. Und nicht für Gangster-Geschichten, die Sozialkritik erst erforderlich machen (obwohl ich diese Einschätzung auch für fragwürdig halte...). Sondern für eine neue Art der Kritik. Wie Public Enemy, nur neuer und besser und mächtiger, heute, wo jeder Hip Hop kennt und hört und nicht nur wenige wie damals.
Vielleicht wäre die Lösung aber auch eine andere: Vielleicht wäre die Lösung, Hip Hop so zu machen wie Reggae - nur eben nicht als Kopie, sondern auf seine eigene Art. Mit Reggae meine ich, diese chillige und entspannte Art, dieser "cozy way of life". Das ist eine Möglichkeit. Eine andere wäre eben Neues. Ein neuer Breakbeat? Warum nicht... Aber das reicht nicht. Hiphop Musik (das also, was man in unserem Rap Radio hören kann) sollte innovativ sein, das Zentrum der innovativen Musik sein, denn Rap basiert nicht nur auf Musik. Sondern auch auf Worten. Kein anderes Genre bietet so lange Texte wie Rap. Oder habt ihr schon mal jemand gesehen, der in einen 3-Minuten-Song soviel Lyrics reinpackt, wie Twista? Nein, denn Rap ist der einzige Gesang, den man Sprechgesang nennt. Es muss einfach "Poetry" sein und es muss "Jugend" sein - nicht, dass es jung und unbeholfen, kindisch und albern sein soll. Sondern frisch. Ob der DJ dafür 50 oder 20 ist, spielt dabei keine Rolle. Vielleicht wünsche ich mir einfach, dass Hiphop so wird, wie er einst war. Oder dass Rap so wird, wie Rock'n Roll war. Eine neue Rock'n Roll Generation. Das ist Hip Hop. Das ist Rap.